ClinX Heat
Strom und Wärme aus industrieller Abwärme
ClinX Heat verstromt Hochtemperatur-Abwärme aus industriellen Prozessen (900 – 1000 °C) zu grünem Strom und nutzbarer Prozesswärme. Direkt am Entstehungsort und ohne zusätzlichen Brennstoff. Dabei sind keine Eingriffe in den Hauptprozess notwendig.
Was ist ClinX Heat?
ClinX Heat ist eine extern befeuerte Mikrogasturbinen-Anlage, die industrielle Abwärme von rund 900 – 1000 °C in elektrische Energie und nutzbare Prozesswärme überführt. Die Anlage wird im 40-Fuß-Container geliefert, schließt direkt an bestehende Heißgasströme an und arbeitet vollautomatisiert im Dauerbetrieb.
Eingang: vorhandene Abwärme.
Ausgang: 150 kW elektrische Bruttoleistung, 450 kW thermische Leistung und ein messbar reduzierter CO₂-Fußabdruck.
Technische Daten
Details zu ClinX Heat
01 Technische Daten
- Elektrische Bruttoleistung* 150 kW
- Elektrische Nettoleistung* 130 kW
- Thermische Nennleistung* 450 kW
- Eigenstromverbrauch 20 kW
- *Leistungswerte bezogen auf Standard-Auslegungsbedingungen (15 °C Umgebungstemperatur, 80 % rel. Luftfeuchte, Meereshöhe)
02 Wärmequelle Voraussetzung
- Leistung > 750 kW_th kontinuierlich
- Temperatur 900 - 1000 °C
- zulässiger Staubgehalt der Wärmequelle < 10 mg/m'
- Anbindung kundenseitig bauseits
03 Abmessungen und Anschlüsse
- Dimension 40 Fuß Container
- Fundamentlast 40 t
- Schnittstelle Heizungssystem min. DN65
- Spannung/Frequenz 400 VAC / 50 Hz
04 Abgasemissionen
Abgasemissionen angegeben bei 6 % Restsauerstoffgehalt im Abgas.
- Abgasvolumenstrom (feucht) 4.700 Nm³/ h
- Staub < 20 mg /Nm³
- Kohlenmonoxid (CO) < 150/Nm³
- Stickoxide (NOx) < 370/Nm³
05 Nutzwärmeträger
- Wärmeträger Wasser/Glycol
- Temperaturniveau 90/70 °C
- Hochtemperatur-Kreis Heißluft oder Thermoöl
- Steuerung SPS / Fernwartung
Kennzahlen ClinX Heat
Elektrische Nettoleistung
Thermische Nennleistung
Betriebsmodus
Industrielle Abwärme ist in vielen Anlagen die größte ungenutzte Energiequelle. ClinX Heat erschließt diese Quelle und liefert drei wirtschaftlich relevante Outputs gleichzeitig.
Drei Outputs aus einer Quelle
Strom
Bis zu 150 kW elektrische Bruttoleistung pro Modul, direkt am Standort verfügbar. Strom, der bisher als ungenutzte Wärme verloren ging, ersetzt Netzbezug oder wird eingespeist. Der elektrische Bruttowirkungsgrad liegt bei 19,9 %, der Nettowirkungsgrad bei 17,3 %.
Wärme
450 kW thermische Nennleistung als Wasser/Glycol-Wärmeträger auf einem Temperaturniveau von 90/70 °C. Diese Wärme lässt sich direkt in bestehende Heizungs- und Prozessnetze einspeisen oder zur Trocknung, Vorwärmung und Brauchwasserbereitung nutzen. Der thermische Wirkungsgrad beträgt 52,1 %.
CO₂-Reduktion durch Effizienz
Mit einem Gesamtwirkungsgrad von 72 % bringt ClinX Heat die Energieeffizienz auf ein neues Niveau. Jede in Strom umgewandelte Kilowattstunde Abwärme ersetzt fossil erzeugten Netzstrom. CO₂-Reduktion entsteht hier nicht durch Kompensation, sondern durch Effizienz.
Wo ClinX Heat eingesetzt wird
Die Technologie eignet sich überall dort, wo kontinuierlich Hochtemperatur-Abwärme anfällt und bisher ungenutzt an die Umgebung abgegeben wird.
Industrie mit thermisch intensiven Prozessen
- Glas-, Keramik- und Ziegelindustrie (Schmelzöfen, Brennöfen, Tunnelöfen)
- Metallverarbeitung und Gießereien (Elektrolichtbogen-, Schacht- und Drehrohröfen)
- Zement- und Kalkindustrie (Klinkerkühler, Vorwärmer)
- Chemische Industrie und Petrochemie (Reformer, Cracker, Reaktoren)
- Holz- und Biomasseverarbeitung mit thermischen Trocknungsprozessen
Energieversorger und Energieinfrastruktur
Stadtwerke, Wärmenetzbetreiber und Industriekraftwerke nutzen ClinX Heat zur Effizienzsteigerung bestehender Anlagen — etwa als Topping-Stufe vor einem Wärmenetz oder zur Eigenstromversorgung von Pumpen und Hilfsaggregaten.
Abwärme-intensive Prozesse mit kontinuierlichem Betrieb
Müllverbrennungsanlagen, Klärschlammtrocknung, industrielle Bäckereien, Kalzinier- und Sinteröfen — überall, wo Abwärme nicht prozessintern weiterverwertet werden kann, schafft ClinX Heat eine zweite Wertschöpfungsstufe.
Technische Einordnung
Wie funktioniert eine extern befeuerte Mikrogasturbine?
Bei einer klassischen Gasturbine durchströmt das heiße Verbrennungsgas direkt die Turbine. Bei der extern befeuerten Mikrogasturbine, wie sie ClinX Heat einsetzt, treibt stattdessen verdichtete, saubere Umgebungsluft die Turbine an. Die Wärme wird über einen Hochtemperatur-Wärmetauscher von außen auf diese Luft übertragen. Dadurch kommen die Turbinenkomponenten nie in Kontakt mit Staub, Korrosionspartikeln oder Schadgasen aus der Abwärmequelle. Das Ergebnis: längere Standzeiten, geringerer Wartungsaufwand und die Möglichkeit, auch belastete Heißgasströme zu nutzen, die für klassische Turbinen nicht in Frage kämen. pyropower ist der weltweit einzige Hersteller extern befeuerter Mikrogasturbinen für diesen Anwendungsbereich.
Technische Einordnung
Die Rolle der Hochtemperatur-Abwärme
ClinX Heat benötigt eine Wärmequelle mit mindestens 750 kW thermischer Leistung kontinuierlich und einer Temperatur von rund 950 °C. Diese Temperatur ist erforderlich, damit der Wärmetauscher die Turbinenluft auf das thermodynamisch sinnvolle Niveau bringt. Heißgasströme über 950 °C sind in vielen Industrien Standard, werden aber bisher meist ungenutzt abgekühlt — genau hier setzt die Technologie an. Der zulässige Staubgehalt der Wärmequelle liegt bei unter 10 mg/m³. Liegt der Staubgehalt darüber, lässt sich der Heißgasstrom über vorgeschaltete Filterlösungen aufbereiten — Teil der Projektierung.
Grünen Strom
Wie wird Abwärme in Strom umgewandelt?
Die Umwandlung von industrieller Abwärme in Strom erfolgt bei ClinX Heat in einem geschlossenen Kreislauf. Die heißen Abgase aus dem Prozess geben ihre Wärme über einen Hochtemperatur-Wärmetauscher an saubere, verdichtete Luft ab. Diese erhitzte Luft expandiert in einer Mikrogasturbine, treibt einen Generator an und erzeugt grünen Strom.
Die noch im System enthaltene Restwärme wird ausgekoppelt und als Prozesswärme nutzbar gemacht. Es gibt keinen direkten Kontakt zwischen den Abgasen und den Turbinenkomponenten — und keinen zusätzlichen Brennstoffbedarf.
Prozess
Der Prozess in acht Schritten
1. Abwärme-Eingang
Heißgas aus dem Industrieprozess mit 900 – 1000 °C und mindestens 750 kW thermischer Leistung wird in den ClinX Heat Container geleitet.
2. Hochtemperatur-Wärmetausch
Im Hochtemperatur-Wärmetauscher überträgt sich die Energie der Abgase auf verdichtete, saubere Luft — vollständig getrennt, ohne Stoffaustausch.
3. Verdichtung
Umgebungsluft wird durch das Verdichterrad der Mikrogasturbine angesaugt und auf hohen Druck gebracht.
4. Erhitzung der Prozessluft
Die verdichtete Luft strömt durch den Wärmetauscher und nimmt dort die Wärme aus der Abwärmequelle auf.
5. Expansion in der Turbine
Die heiße, verdichtete Luft expandiert über das Turbinenrad. Die freigesetzte mechanische Energie treibt über die Welle den Generator an.
6. Stromerzeugung
Der Generator wandelt die mechanische Energie in elektrische Energie. Ergebnis: bis zu 150 kW elektrische Bruttoleistung.
7. Wärmeauskopplung
Die Restwärme aus dem Turbinenabgas wird über einen Economizer auf den Wasser/Glycol-Kreislauf übertragen — 200 kW nutzbare Prozesswärme bei 90/70 °C.
8. Reststrom-Abgabe
Die abgekühlten Abgase verlassen das System über den Kamin — emissionsarm und mit den dokumentierten Grenzwerten (Staub < 20 mg/Nm³, CO < 150 mg/Nm³, NOₓ < 370 mg/Nm³).
Lösungen
Vier Probleme, die ClinX Heat löst
01 Energieverluste, die sich nicht mehr lohnen
In vielen Industrieprozessen geht ein erheblicher Teil der eingesetzten Primärenergie als Abwärme verloren. ClinX Heat hebt diesen ungenutzten Anteil und macht ihn zu einer messbaren Output-Größe — ohne Eingriff in den Hauptprozess.
02 Versorgungssicherheit und Netzunabhängigkeit
Eigenstromerzeugung am Standort senkt die Abhängigkeit vom Netzbezug und stabilisiert die Versorgung — gerade in einer Zeit, in der Netzentgelte und Lastschwankungen zu kalkulatorischen Risiken werden.
03 Steigende Energiekosten
Jede selbst erzeugte Kilowattstunde ist eine nicht eingekaufte Kilowattstunde. ClinX Heat verschiebt einen Teil der Energiekosten von der variablen Bezugsseite auf die kalkulierbare Investitionsseite.
04 Regulatorischer und marktseitiger CO₂-Druck
CSRD, EU-ETS, Lieferkettenanforderungen, Scope-1- und Scope-2-Berichtspflichten: Industrieunternehmen müssen ihre Emissionen messbar senken. ClinX Heat senkt die Scope-2-Emissionen direkt.
Zielgruppen
Für wen ClinX Heat entwickelt wurde
Industrie
- Glas-, Keramik-, Zement- und Ziegelindustrie
- Metallverarbeitung, Gießereien, Stahl- und Aluminiumwerke
- Chemie, Petrochemie und thermische Verfahrenstechnik
- Holz- und Biomasseverarbeitung mit thermischen Trocknungsprozessen
Projektentwickler und Engineering-Partner
Planungsbüros, Ingenieurgesellschaften und EPC-Kontraktoren, die Abwärmenutzung als Teil größerer Industrieprojekte umsetzen, integrieren ClinX Heat als modulare Verstromungsstufe in Bestands- und Neuanlagen.
Energieversorger und kommunale Betreiber
Stadtwerke, Wärmenetzbetreiber und Energiegenossenschaften nutzen ClinX Heat als dezentralen Effizienzbaustein — besonders an Standorten mit industriellen Wärmequellen, die in Wärmenetze eingebunden werden sollen.
Infrastruktur und kommunale Versorgung
Müllverbrennungsanlagen, Klärwerke mit thermischer Schlammbehandlung und industrielle Großbetriebe der öffentlichen Hand setzen die Technologie zur Effizienzsteigerung und CO₂-Reduktion ein.