
Agrarwirtschaft
Boden stärken. Erträge sichern.
[ Im Boden ]
Ein Schwamm im Wurzelraum
In der Landwirtschaft wird Pflanzenkohle gezielt zur Bodenverbesserung eingesetzt. Ihr feines Porennetz kann Wasser und Nährstoffe halten, das Bodenleben fördern und Kohlenstoff langfristig im Boden speichern.
Besonders auf leichten, sandigen Böden, wie sie in Brandenburg und der Lausitz verbreitet sind, macht das einen Unterschied: Dort versickert Regen schnell und Nährstoffe werden leicht ausgewaschen.
- 1Wasser speichernDie Poren nehmen Wasser auf und geben es in Trockenphasen langsam an die Wurzeln ab.
- 2Nährstoffe haltenAn der großen inneren Oberfläche lagern sich Nährstoffe an. Weniger wird ausgewaschen.
- 3Bodenleben fördernMikroorganismen und Wurzeln finden in und an der Pflanzenkohle Lebensraum.
[ Wirkung ]
Was Pflanzenkohle im Boden leistet
Die Wirkung hängt von Boden, Einarbeitung und Aufbereitung ab. Richtig eingesetzt, verbessert Pflanzenkohle die Bedingungen im Wurzelraum über viele Jahre.
[ Forschung ]
Was die Forschung zeigt
Besonders auf leichten Böden und im Kompost zeigt Pflanzenkohle starke Effekte. Wie stark sie wirkt, hängt von Boden und Anwendung ab. Diese Zahlen stammen aus Metaanalysen und Feldversuchen.
+51 %
mehr Feldkapazität im Mittel auf groben, sandigen Böden. Wie stark der Effekt ist, hängt vom Bodentyp ab.
ca. 2×
pflanzenverfügbares Wasser im Brandenburger Feldversuch mit Kompost und Pflanzenkohle auf Sandboden.
−36 %
Ammoniak, −50 % Lachgas und −54 % Methan im Mittel, wenn Pflanzenkohle beim Kompostieren zugesetzt wird.

[ Praxis ]
Erst aufladen, dann ausbringen
Frische Pflanzenkohle ist wie ein leerer Schwamm. Bevor sie auf den Acker kommt, wird sie mit Nährstoffen aufgeladen, zum Beispiel über Kompost, Mist oder Gärreste. In Versuchen hat unbeladene Pflanzenkohle das Pflanzenwachstum sogar gebremst, co-kompostierte Pflanzenkohle dagegen deutlich gefördert.
So bindet die Pflanzenkohle keine Nährstoffe aus dem Boden, sondern bringt sie mit. Gern beraten wir Sie zu Menge, Körnung und Aufbereitung für Ihren Betrieb.
[ Einsatzfelder ]
Wo Pflanzenkohle im Ackerbau wirkt
- 01Bodenverbesserung
- 02Substrate und Erden
- 03Humusaufbau
- 04Wasserhaltekapazität
- 05Regenerative Landwirtschaft


[ Ablauf ]
In vier Schritten aufs Feld
Pflanzenkohle ist eine Investition in den Bodenaufbau. Mit diesem Ablauf setzen Sie sie gezielt ein.
Standort klären
Bodenart, Humusgehalt und Kultur bestimmen, wo sich Pflanzenkohle lohnt. Leichte Böden profitieren am meisten.
Qualität wählen
Für den Boden zählen EBC-Agro-Qualität, Schadstoffanalysen und eine feine Körnung.
Aufladen
Die Pflanzenkohle wird mit Kompost, Mist oder Gärresten gemischt, in der Kompostierung oft mit 10 bis 20 Prozent Anteil.
Einarbeiten
Die beladene Pflanzenkohle wird in den Wurzelraum eingearbeitet. Kleinere Gaben über mehrere Jahre bauen den Effekt auf.
[ Kreislauf ]
Vom Reststoff zurück auf den Acker
Unsere Pflanzenkohle stammt aus holzigen Reststoffen aus der Region. In der Pyro-ClinX entstehen aus ihnen Strom, Wärme und Pflanzenkohle in einem Prozess.
Die Pflanzenkohle bringt den Kohlenstoff dorthin zurück, wo er die meiste Wirkung hat: in den Boden. Wird ihr Einsatz dokumentiert, lässt sich die Kohlenstoffbindung zertifizieren.

Qualität, die reproduzierbar ist.
Unsere Pflanzenkohle entsteht in Pyro-ClinX Anlagen aus holzigen Reststoffen. Wir produzieren sie entsprechend EBC-Standard, mit dokumentierter Rohstoffherkunft und regelmäßigen Laboranalysen. So bleibt die Qualität von Charge zu Charge nachvollziehbar.
Analysen und Datenblätter zu Ihrer Charge erhalten Sie auf Anfrage.
[ Fragen ]
Häufige Fragen aus der Landwirtschaft
Ihre Frage ist nicht dabei? Schreiben Sie uns über das Kontaktformular.
Gibt es eine Richtmenge pro Hektar?
In der Praxis haben sich kleinere Gaben von 0,5 bis 2 Tonnen Pflanzenkohle pro Hektar und Jahr bewährt, aufgeladen mit Kompost oder Wirtschaftsdünger. So baut sich der Effekt über mehrere Jahre auf, ohne dass Sie auf einen Schlag große Mengen einsetzen müssen. Die passende Menge hängt von Bodenart, Humusgehalt und Kultur ab. Gern rechnen wir mit Ihnen eine Menge für Ihre Flächen durch und planen die Lieferung im Big Bag.
Muss Pflanzenkohle vor dem Ausbringen aufgeladen werden?
Ja, das empfehlen wir. Frische Pflanzenkohle ist wie ein leerer Schwamm und kann in den ersten Wochen Nährstoffe an sich binden. Deshalb wird sie vorher mit Kompost, Mist oder Gärresten gemischt. Das bringt einen doppelten Vorteil: Im Kompost verringert Pflanzenkohle Gas- und Stickstoffverluste, und auf dem Feld kommt sie gleich mit Nährstoffen beladen an.
Ist Pflanzenkohle als Bodenzusatz zugelassen?
In Deutschland ist Holzkohle aus chemisch unbehandeltem Holz nach Düngemittelverordnung als Ausgangsstoff für Kultursubstrate und als Trägerstoff zugelassen. Auf EU-Ebene ist Pflanzenkohle in der Düngeprodukteverordnung als Komponente aufgenommen. Damit gibt es klare Wege für den Einsatz in Substraten, Kompost und Düngemitteln. Wir informieren Sie zum aktuellen Stand und liefern die nötigen Analysen entsprechend EBC-Standard.
Lohnt sich Pflanzenkohle auf allen Flächen?
Besonders viel bringt Pflanzenkohle auf leichten, sandigen und humusarmen Standorten, wie sie in Brandenburg und der Lausitz häufig vorkommen. Dort hält sie Wasser und Nährstoffe im Wurzelraum, die sonst schnell versickern. Auch in Kompost, Substraten und Sonderkulturen lässt sie sich gut einsetzen. Wir helfen Ihnen, die Flächen in Ihrem Betrieb zu finden, auf denen sich der Einsatz besonders lohnt.
Spielt die Körnung eine Rolle?
Ja. Für den Acker eignet sich fein bis mittel gekörnte Pflanzenkohle, die sich gut mit Kompost oder Mist mischen lässt. Feine Partikel halten in Versuchen mehr Wasser als grobe Stücke, weil sie enger mit dem Boden in Kontakt kommen. Für Substrate und Erden stimmen wir die Körnung auf Ihre Rezeptur ab. Muster in verschiedenen Körnungen stellen wir Ihnen gern bereit.
Darf Pflanzenkohle im Ökolandbau eingesetzt werden?
Für den ökologischen Landbau gibt es die strengere Qualitätsklasse EBC-AgroOrganic mit niedrigeren Grenzwerten. Ob Ihr Anbauverband den Einsatz zulässt, klären Sie am besten vorab mit Ihrer Kontrollstelle. Wir stellen Ihnen dafür die nötigen Analysen unserer Pflanzenkohle bereit, damit die Abstimmung schnell geht.
Hält die Wirkung über mehrere Jahre an?
Ja. Der Kohlenstoff in Pflanzenkohle ist sehr stabil und bleibt über Jahrzehnte im Boden. Anders als Mist oder Gründüngung wird sie nicht in einer Saison abgebaut. Die Wirkung auf Wasser und Nährstoffe baut sich über mehrere Jahre auf und bleibt erhalten, solange die Pflanzenkohle im Boden ist. Jede Gabe ist damit eine Investition in den langfristigen Bodenaufbau.
Lassen sich aus dem Einsatz auf dem Acker CO₂-Zertifikate erzeugen?
Ja, wenn der Einsatz dokumentiert wird. Pflanzenkohle bindet Kohlenstoff dauerhaft im Boden, und diese Bindung lässt sich zertifizieren. Dafür zählen Lieferscheine, Flächen und ausgebrachte Mengen. Zertifizierung und Vermarktung übernehmen wir auf Wunsch für Sie, sodass Sie sich auf Ihren Betrieb konzentrieren können.
Pflanzenkohle für Ihren Betrieb
Sie möchten Pflanzenkohle auf Ihren Flächen einsetzen? Wir besprechen mit Ihnen Menge, Lieferung und Anwendung.


