Biokohle aus der Lausitz.

Karbonisate aus der Pyrolyse von Biokohle werden schon seit Jahrhunderten für verschiedene Einsatzzwecke genutzt – mit dem Hintergrund der CO2-Problematik ist das Thema nun wieder ein hochaktuelles Thema. Biokohle hat das Potenzial, einen erheblichen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten.

Biokohle aus der Lausitz2

Der Allrounder der Natur: Biokohle.

Der Begriff Biokohle stammt aus der Kombination von dem Einsatz von Biomassen und dem erhöhen des Kohlenstoffgehaltes durch einen thermischen Behandlungsschritt, bspw. der Pyrolyse. Die Kohlen unterscheiden sich somit aufgrund des Entstehungsprozesses deutlich zur fossilen Kohle. Biokohle wird bereits seit Jahrhunderten gezielt hergestellt und in verschiedenen Einsatzzwecken genutzt.

Biokohle ist ein äußerst umweltfreundliches und vielversprechendes Produkt, mit einer stark steigenden Nachfrage. Allen voran sei die Nutzung als Bodenhilfsstoff, der klimawirksame Nutzen zur CO2-Sequestrierung (Abscheidung und -Speicherung) atmosphärischen Kohlenstoffdioxids, als Futtermittelzusatz, in der Boden- und Gewässerreinigung sowie als Nährstoffspeicher.

Boden

Biokohle kombiniert die Bodenverbesserung und Steigerung der Bodenfruchtbarkeit mit dem langfristigen Binden von CO2 und damit der Reduktion von Treibhausgasen in der Atmosphäre.

Wasser

Biokohle hat positive Auswirkungen auf Grundwasser und Gewässer, indem es die Auswaschung von Nährstoffen und Düngemitteln in das Grundwasser reduziert.

Atmosphäre

Durch Biokohle kann der CO2-Gehalt in der Atmosphäre durch die langfristige Bindung reduziert werden.

Vegetation

Biokohle weist insbesondere in Böden mit unzureichenden Bodeneigenschaften für das Pflanzenwachstum sehr deutlich positive Effekte auf; die Steigerung der Ernte liegt bei 10 % und höher.

Tierwelt

Positive Auswirkungen lassen sich auch in Verbindung mit (Nutz-)Tierhaltung feststellen. Beim Einsatz von Biokohle wird deutlich weniger Antiobiotika eingesetzt; Biokohle bindet zudem Feuchtigkeit und Krankheitserreger vom Bodensubstrat weg und verringert damit den Einfluss auf die Tiere.

Unter Pyrolyse ist die thermische Zersetzung chemischer Verbindungen bei hohen Temperaturen zu verstehen. Dabei werden Stoffe unter Luft- und Sauerstoffausschluss auf bis zu 1000 °C erhitzt. Im Vergleich zur Vergasung oder Verschwelung wird weniger organische Substanz zerstört. C-C- und C-H Bindungen der Ausgangsverbindungen überwiegend erhalten werden, aber in veränderter struktureller Zusammensetzung, d.h. dass die langkettigen und polymerartig aufgebauten Moleküle in kürzere zerlegt werden – es wird also ein Bindungsbruch erzeugt.

Bei lignozellulosehaltiger Biomasse sind Temperaturen von mindestens 250 °C erforderlich, um die Strukturen aufzubrechen. Ein wichtiger Faktor, der die bei der Pyrolyse entstehende Biokohle und ihre Eigenschaften beeinflusst, ist die Zeit. Die Eigenschaften der entstehenden Biokohle während des Pyrolyseprozesses hängen vom Design des Pyrolysereaktors und den Reaktionsparametern sowie der Biomasse und deren Partikelgröße, -form,-struktur und pH-Wert ab. Die entscheidenden Reaktionsparameter sind die Temperatur bzw. Aufheizrate, die Verweildauer im Reaktor, Katalysatoren und der Druck.

➥ Metallurgie (Erzeugung metallischer Rohprodukte)

➥ Eisen- und Stahlindustrie (Basiswerkstoff)

➥ Zementindustrie

➥ Kompostierung

➥ Instandsetzung von Rekultivierungsflächen

➥ Ackerbau

➥ Einstreu

➥ Futtermittelzusatz/Tierfütterung

➥ Kaskadennutzung 

Kommunen

Kommunen

➥ Verwertung kommunaler Reststoffe

➥ Förderung der regionalen Landwirtschaft

Forst und Landwirtschaft

Forst- & landwirtschaftliche Betriebe

➥ Ertragssteigerung auf Anbauflächen

➥ Instandsetzung/Aufwertung von Flächen

➥ Ökologische Bodenbearbeitung

Rekultivierung

Rekultivierungsbeauftragte

➥ Instandsetzung von Rekultivierungsflächen

➥ Steigerung der Bodenqualität

➥ Erhöhung der Nutzungsmöglichkeiten

Aufbau von Humus

Sanierung

Sanierung von Konversionsflächen

➥ Sanierung durch Einflügen von Biokohle als Alternative zur konventionellen Sanierung

Industrie

Industrielle Interessenten

➥ Einkauf von Biokohle für unterschiedliche Anwendungszwecke

Düngemittelhersteller

Düngemittelhersteller

➥ Erlössteigerung durch Veredelung von Kompostprodukten

➥ Erweiterung der Produktpalette